Mint Julep

Der erfrischende Urvater heutiger Cocktails
Mint Julep Cocktails mit Whiskey, Minze und Eis in Silberbechern auf einem hölzernen Tablett
Stärke:
stark (über 20%)
Epoche:
Historische Epoche (vor 1860)
Erfunden von:
unbekannt
Herkunft:
USA
Mint Julep Cocktails mit Whiskey, Minze und Eis in Silberbechern auf einem hölzernen Tablett

Wenn du auf Minze stehst, solltest du den Mint Julep einmal ausprobieren. Ach was sage ich: Es führt für dich kein Weg an diesem Cocktail vorbei. Er gilt als einer der ersten Vorfahren moderner Cocktails und wurde in den amerikanischen Südstaaten bereits serviert, als man noch gar keinen Begriff für diese Art von Mixgetränken kannte. Trotz seiner langen Geschichte ist er heute nahezu in Vergessenheit geraten und führt lediglich ein Schattendasein neben den beliebteren Minz-Cocktails wie dem Mojito. Das unverwechselbare Markenzeichen des Drinks ist der ikonische Silberbecher, in dem er mit einem Strauß aus Minzzweigen serviert wird.

Bei der Spirituose gibt es kein richtig oder falsch. Im Laufe der Geschichte wurde der Mint Julep unter anderem mit Rum, Cognac und Gin hergestellt. Heute wird er fast ausschließlich mit amerikanischem Bourbon-Whiskey zubereitet. Entscheidest du dich für eine andere Spirituose, musst du gegebenenfalls die Menge an Zuckersirup anpassen, damit der Cocktail seine Balance behält.

  • Zubereitungszeit2 min
  • Koch-/Backzeit3 min
  • Ruhezeit1 min
  • Gesamtzeit6 min
  • Menge1 Becher
  • Portionsgröße100 ml
  • Brennwert157 kal

Zutaten

Für den Mint Julep

  • 60 ml Bourbon Whisky
  • 10 ml Zuckersirup (1:1)
  • 20 Blätter frische Minze
  • 4 frische Minzzweige (zum Garnieren)
  • Crushed Ice

Barstuff

  • Trinkhalm (Edelstahl)
  • Sektquirl / Swizzle-Stick
  • Silberbecher (Julep-Becher)

Zubereitung

1
Die Minzblätter und den Zuckersirup in den Silberbecher geben und vorsichtig mit einem Muddler andrücken, damit sich die aromatischen Öle lösen.
2
Den Bourbon in den Becher geben und mit einem Sektquirl oder Barlöffel umrühren.
3
Den Silberbecher großzügig mit Eis befüllen, bis es aus dem Becher als Eisberg hinausragt.
4
Die frischen Minzzweige zu einem Strauß zusammenlegen, auf die Handfläche legen und mit der anderen Hand draufhauen, damit die ätherischen Öle aus den Blättern frei werden. Mit einem Löffel ein kleines Loch für die Minze schaffen und den Strauß hineinstecken.
5
Mit einem Trinkhalm servieren. Fertig ist dein selbst gemachter Mint Julep!
Tipp / Hinweis:

Platziere den Trinkhalm so, dass beim Trinken die Nase über der Minze verweilt. Außerdem kannst du den Cocktail noch mit 2 bis 3 Dashs Angostura Bitters eine ganz persönliche Note verpassen.

  • Nährwerttabelle

  • 1 Portionen pro Behältnis
  • Portionsgröße100 ml
  • Menge pro Portion
  • Kalorien157
  • % Täglicher Bedarf*Empfohlene Tagesdosis
  • Fett gesamt0.1 g78 g0.13%
  • Kohlenhydrate gesamt6.2 g275 g2.25%
  • Ballaststoffe0.3 g28 g1.07%
  • Zucker gesamt5.7 g
  • Eiweiß0.4 g50 g0.8%
  • Kalzium21 mg1300 mg1.62%
  • Eisen1 mg18 mg5.56%
  • Kalium26 mg4700 mg0.55%
  • Vitamin A0.012 µg900 µg0%
  • Vitamin C (Ascorbinsäure)3.1 mg90 mg3.44%
  • Vitamin E (Tocopherol)0.5 IE33 IE1.52%
  • Vitamin B1 (Thiamin)0.012 mg1.2 mg1%
  • Phosphor7.7 mg1250 mg0.62%
  • Jod0.09 µg150 µg0.06%
  • Magnesium3.3 mg420 mg0.79%
  • Zink0.2 mg11 mg1.82%
  • Mangan0.1 mg2.3 mg4.35%
  • Chlorid3.6 mg2300 mg0.16%
  • Alkohol20.6 g

Die Einkaufsliste

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Die Geschichte des Mint Julep

Betrachtet man seine Historie, blickt man weit zurück vor die Anfänge der heutigen Barkultur. Denn als die Bezeichnung »Cocktails« als Synonym für Mixgetränke um 1800 aufkam, existierte der Mint Julep bereits seit einigen Jahrzehnten. Die ersten Hinweise auf den Drink deuten laut David Wondrich, auf die Zeit um 1770 hin. Damit zählt er zu den Urvätern der modernen Cocktailkultur.

»Then comes the zenith of man’s pleasure. Then comes the julep – the mint julep. Who has not tasted one has lived in vain. The honey of Hymettus brought no such solace to the soul; the nectar of the Gods is tame beside it. It is the very dream of drinks, the vision of sweet quaffings.«

Joshua Soule Smith, The Lexington Herald (1891)

In seinen Anfängen wurde er noch ohne Eis und mit braunem Rum zubereitet. Erst als 1805 durch den industriellen Fortschritt Eis flächendeckend verfügbar wurde, kam er zu seinem heute so ikonischen Eisberg.

Seit dem Jahr 1938 ist der Mint Julep außerdem der offizielle Cocktail des Kentucky-Derbys, einem der weltweit renommiertesten und bekanntesten Pferderennen.

Alles Begann mit … Rum?

Die moderne Art der Zubereitung setzt fast ausschließlich auf Bourbon-Whiskey. Zur Zeit als das Mixgetränk jedoch erfunden wurde, bereitete man ihn noch mit Rum zu.

Die Wahl der eingesetzten Spirituose änderte sich im Laufe der Zeit mehrmals und war unter anderem von deren Verfügbarkeit und dem amerikanischen Wohlstand abhängig. Rum war günstig und überall verfügbar, weshalb man zunächst auf ihn zurückgriff.

Während des amerikanischen Unabhängigkeitskriegs benutzte man billigen Whiskey. Als der Wohlstand des Landes nach dem Krieg wieder anstieg, kam der deutlich hochwertigere Cognac für den Mint Julep in Mode.

Erst seit den 1900er-Jahren wird er allgemein mit Bourbon-Whiskey zubereitet. Die Betonung liegt auf fast! Denn wie alles unterliegen auch Cocktails gewissen Trends. Als in den 2010er-Jahren Gin eine Renaissance erlebte, fand er sich auf vielen Cocktailkarten mit Gin wieder. Prinzipiell funktioniert der Drink mit nahezu jeder Spirituose, solange sie ein komplexes Spektrum an Aromen besitzt.

Ein Must-Have: Mint Julep im Silberbecher

Die Frage nach dem passenden Glas ist hier schnell beantwortet: Gar keins! Ein original Mint Julep wird immer in einem Silberbecher serviert – und das aus gutem Grund!

Silber besitzt eine außerordentliche Wärmeleitfähigkeit und lässt den Drink daher deutlich schneller abkühlen als in einem Glas. Die Kälte und das Schmelzwasser helfen, den Drink auszubalancieren. Daher serviert man ihn erst, wenn sich an der Außenseite des Bechers ein deutliches Frosting bildet.

Da viele Kenner auf diese Eisschicht Wert legen, solltest du den Julepbecher bei der Zubereitung nicht mit der bloßen Hand berühren. Durch die Fette auf deiner Haut kann es passieren, dass sich an diesen Stellen kein Frost bildet. Zwar ändert es rein gar nichts am Geschmack des Cocktails aber wie wir wissen: Das Auge trinkt mit!

Auf die richtige Minze kommt es an!

Auf gar keinen Fall solltest du Minzsorten verwenden, die über einen hohen Anteil Menthol aufweisen. Die normale Gartenminze und Pfefferminze scheiden daher aus. Fruchtige Minzvarianten wie Ananas-, Apfel- oder Erdbeerminze eignen sich hingegeben hervorragend. Gleiches gilt für andere Drinks mit frischer Minze, wie beispielsweise dem Mojito.

Die Minze ist einer der großen Streitpunkte bei der Zubereitung des Cocktails. So ist es laut Irvin S. Cobb (1936) beinahe ein Verbrechen, wenn die zerdrückten Minzblätter im fertigen Drink verbleiben. Nach seiner Meinung wird die Minze ausschließlich dafür benutzt, um den Innenraum des Bechers zu abzureiben, damit zu aromatisieren und wird danach entsorgt. Nur die Minzzweige als Deko sind erlaubt. Auch die Zubereitungsart unterscheidet sich. So wird zuerst das Eis in den Becher gegeben und anschließend der Bourbon darüber eingegossen. Dieser soll langsam durch das Eis sickern, während danach der Zuckersirup (damals Zuckerwasser) dazuzugeben wird. Das dadurch entstehende Schmelzwasser soll dem Drink seine Balance verleihen.

Welcher Bourbon Whiskey eignet sich für einen guten Mint Julep

Da der Julep aus lediglich drei Zutaten besteht und der Whiskey den Hauptbestandteil des Drinks darstellt, solltest du zu einem hochwertigeren Bourbon greifen. Am besten einen, den du auch pur genießt. In vielen Bars greift man leider zu den großen Namen, die den Mint Juleps eine gewisse Eintönigkeit verleihen.

Meine Lieblings Bourbon-Whiskeys für den Cocktail:
Bulleit Bourbon Frontier Whiskey – 10 Jahre
Woodford Reserve Distiller’s Select Kentucky Straight Bourbon
Basil Hayden’s 8 Jahre Kentucky Straight Bourbon