Sauvignon Blanc: Rebsorte im Portrait

Trauben der Sauvignon Blanc Rebsorte am Rebstock

Beim Sauvignon Blanc handelt es sich um die zweitwichtigste Rebsorte für Weißwein nach dem Chardonnay. Er ist für seine charakteristischen Aromen von Paprika, frisch gemähtem Gras und Stachelbeeren bekannt. Gängige Synonyme für ihn sind Blanc Fumé oder auch Sauvignon Jaune. Seine Eigenschaften machen ihn zu einem Liebling der Gastronomie, da er sich mit einer Vielzahl an Gerichten harmoniert. Die Sorte blickt vor allem in Frankreich auf eine lange Weinbaugeschichte zurück. Dank seiner weltweiten Verbreitung zeigt er eine breite Palette an Weißweinen. Von leicht und fruchtig bis zu opulenten Dessertweinen.

In diesem Artikel bekommst du ausführliche Informationen über den Ursprung und die Eigenschaften der weißen Rebsorte. Von der Herkunft bis zum Geschmacksprofil erkunden wir alles Wissenswerte zur Rebsorte Sauvignon Blanc, die immer mehr Anhänger findet.

Herkunft und Geschichte der Rebsorte Sauvignon Blanc

Das exakte Alter und die genaue Herkunft der Rebsorte sind unbekannt. Bekannt ist jedoch, dass sie aus einer natürlichen Kreuzung aus Traminer x Chenin Blanc hervorging und aus Frankreich kommt. Erstmals urkundlich erwähnt wurde sie im Jahr 1710 in ebenda. Hier findet sich bis heute das bedeutendste Anbaugebiet für Sauvignon Blanc. Auf rund 29.000 Hektar Rebfläche bauen die französischen Winzer einige der besten Vertreter der Sorte an. Vor allem die Regionen Bordeaux und das Loire-Tal sind für ihre charakteristischen Weißweine bekannt.

Im 18. Jahrhundert tat er sich mit dem Cabernet Franc zusammen. Als Kind dieser natürlichen Kreuzung ging die Rotweinsorte Cabernet Sauvignon hervor. Ihre Verwandtschaft erkennen Genießer anhand des typisch grünen Aromenprofils, das beide Sorten gleichermaßen aufweisen.

Im 19. Jahrhundert wurden die Weinberge im Bordeaux häufig im gemischten Satz mit Sauvignon Vert (Sauvignonasse) und Sauvignon Gris bestockt. Vor dem Ausbruch der Reblausplage gelangten einige dieser Stecklinge nach Chile. Hier ist diese Form der Anpflanzung bis heute noch populär.

Der Anbau der Sorte war zurzeit des Nationalsozialismus verboten, da sie durch ihre Herkunft als Feindrebe galt. Diese Zeit ist glücklicherweise lange vorbei! Heute findet die Sorte unter Weinliebhabern mehr Anhänger und gehört mittlerweile zu den bekanntesten weißen Rebsorten.

Ihren Ursprung hat die Sorte im Bordeaux, Frankreich.

Anbaugebiete der Sauvignon Blanc-Reben

Seine Wurzeln mag die Sauvignon Blanc-Rebe zwar stets in Europa haben. Dank ihres exzellenten Rufs ist sie mittlerweile zu einem internationalen Weißwein-Star aufgestiegen, der weltweit kultiviert wird.

Die dichtbeerig wachsende Sorte treibt früh aus und reift spät. Sie gilt außerdem als empfindlich für einige der häufigsten Pflanzenkrankheiten und -schädlinge. Für ein optimales Wachstum eignen sich sonnige und warme Lagen, die ihm im Winter vor Frostschäden schützen. Als starkwüchsige Sorte benötigt sie außerdem mehr Laubarbeit.

Deutschland

In Deutschland wird er in den verschiedenen Weinbaugebieten einschließlich des Rheingaus, Rheinhessens und der Pfalz hergestellt. Die unterschiedlichen Bodenstrukturen und Klimabedingungen beeinflussen dabei den späteren Wein. Jedes der genannten Weinbaugebiete bringt daher Sauvignon Blancs mit ganz eigenen Charakterzügen hervor.

Im Rheingau, der entlang des Rheins liegt, ist das Klima kühl und die Hänge steil. Die klimatischen Bedingungen der Region eignen sich perfekt für den Anbau von Sauvignon Blanc. Der hier produzierte Wein wird oft als elegant und raffiniert beschrieben.

Rheinhessen erstreckt sich im südwestlichen Teil Deutschlands, entlang des Rheins. In dieser Region finden sich vielfältige Böden, darunter Sand, Kies, Ton und Kalkstein. Die Bodenstruktur variiert je nach Lage des jeweiligen Weinbergs. Die Weine der Region zeigen sich mit einem kühlen und feinfruchtigen Charakter.

Im Südwesten Deutschlands liegt die Pfalz, die für ihr sonniges Wetter und ihre durchlässigen Böden bekannt ist. Der Sauvignon zeigt sich hier eher vollmundig und gehaltvoll, mit reifen Fruchtaromen und einem erfrischenden Säureskelett.

Rheingau Weinbaugebiet mit Blick über Weinberge und das Niederwalddenkmal
Weinstöcke im Rheingau | Bildquelle: iStock – instamatics

Frankreich

Frankreich zählt mit 29.000 ha Gesamtrebfläche, die mit den Edelreben bestockt sind, als der unangefochtene Spitzenreiter der Sorte. Wer sich für französischen Sauvignon Blanc interessiert, trifft auf eine unglaubliche Vielfalt von Weinstilen. Zum einen die frischen und mineralischen Varianten von den Tälern der Loire (Touraine, Sancerre, Pouilly Fumé) im Südwesten Frankreichs. Zum anderen die edelsüßen Spezialitäten aus dem Sauternes wie dem berühmten Château d’Yquem. Hinzu kommen die Sauvignon Blancs aus dem Bordeaux, die wiederum einen eigenständigen Charakter zeigen. Hier zählt die Sorte zu den Cépages nobles, den edelsten aller Traubensorten.

Von der Loire sind sie für ihren knackigen Geschmack und den Duft von Zitrusfrüchten und weißen Blüten bekannt. Sie sind meist trocken ausgebaut, haben einen mittleren bis hohen Säuregehalt und einen eher leichten Körper. Das hier vorherrschende kühle und gemäßigte Klima hilft, die Säure in den Trauben zu bewahren.

Im Bordeaux wird er gerne mit Semillon verschnitten. Die daraus hervorgehenden Weine sind gewöhnlicherweise vollmundiger und komplexer mit Noten von Honig und tropischen Früchten.

Aus Südfrankreich zeigt er sich hingegen oft leichter und geradliniger, mit knackigen Anklängen von Zitrusfrüchten und weißen Blüten.

Neuseeland

Die Traubensorte ist eine der am häufigsten kultivierten Weißweinreben in Neuseeland. Seine Rebstöcke finden sich in den unterschiedlichen Regionen auf einer Anbaufläche von rund 17.000 Hektar. Hier ist sie für ihren lebhaften, würzigen Charakter bekannt. Das ozeanisch geprägte Klima ist gut für den Anbau von Sauvignon Blanc geeignet. Hauptverantwortlich sind die kühlen Winde und die langen und sonnigen Vegetationsperioden. Die hier entstehenden Weine gelten als grasig und krautig. Dies geht auf das einzigartige Terroir der Insel zurück.

Das Gebiet Marlborough auf der Südinsel des Landes ist für seine intensiven, aromatischen Weine berühmt. Sie werden oft als kräftig und ausdrucksstark beschrieben, mit Anklängen von Grapefruit, Passionsfrucht und Tomatengrün. Einer der bekanntesten Vertreter ist der Cloudy Bay, der mittlerweile eine Art Kultstatus in der Weinwelt innehat.

In Hawke’s Bay, an der Ostküste der Nordinsel, herrscht ein warmes, trockenes Klima, in dem reife, vollmundige Weine entstehen. Oft zeigen sie intensivere und komplexere Geschmacksnoten als jene aus Marlborough mit tropischen Früchten und Noten von Eichenholz.

Die Gegend Wairarapa befindet sich im Südosten der nördlichen Insel. Sie ist bekannt für ihr kühleres Klima, wodurch leichtere und raffiniertere Weißweine entstehen. Sie sind oft blumig und elegant, mit Zitrusaromen und weißen Blüten.

Weinberge mit Schafen in Neuseeland
Schafe und Sauvignon Blanc-Rebstöcke. Zwei Symbole für Neuseeland.

Frisch und Knackig: Aromen und Geschmack des Sauvignon Blanc!

Als frischer Sommerwein ist er bekannt für sein knackiges, trockenes Geschmacksprofil. In der Regel hat er einen leichten Körper mit hohem Säuregehalt, was ihm einen erfrischenden und lebendigen Charakter verleiht. Außerdem ist er für sein unverwechselbares Bukett bekannt, das gerne als krautig oder grasig beschrieben wird. Aufgrund seiner Aromen-Vielfalt liegt es nahe, dass er je nach Anbaugebiet einen anderen Charakter aufweist.

Hier sind fünf charakteristische Noten, die häufig in einem typischen Sauvignon Blanc-Wein zu finden sind:

  1. Krautig: Ein vegetabiles Profil, welches oft als „grün“ oder „grasig“ beschrieben wird. Es erinnert an grüne Paprika, Tomatengrün oder frisch geschnittenem Gras. Es ist das Herausstellungsmerkmale der Sorte.
  2. Zitrus- und Grüne Früchte: Er weist oft Noten von Zitrone, Limette, Grapefruit sowie Stachelbeere und Johannisbeere auf.
  3. Tropische Früchte: Zeigen sich vor allem in wärmeren Anbauregionen und erinnern an Passionsfrucht, Maracuja oder Kiwi.
  4. Mineralische Noten: Viele Sauvignon Blanc-Weine haben einen ausgeprägten, steinigen bis salzigen Charakter, der gerne mit Kreide oder Schiefer assoziiert wird.

Das typische Bukett des Sauvignon Blanc wird gerne als krautig oder vegetabil beschrieben und ist leicht wiederzuerkennen. Selbst ohne großes Weinwissen fällt es Weintrinkern bei Verkostungen nicht schwer, einen Sauvignon Blanc zu erkennen. Seinen grasig-pflanzlichen Duft verdankt er seinem Gehalt an Pyrazin in seinen Trauben. Vor allem, wenn er früh gelesen wird, zeigt sich dieses Profil besonders gut im Glas.

In kühleren Klimazonen wie dem Loire-Tal in Frankreich entwickelt er deutliche Kräuteraromen. Stammt er aus wärmeren Regionen, bringt er hingegen eher fruchtige Aromen mit. 

Zu den typischsten Duftnoten des Sauvignon Blanc zählt der Geruch von Stachel- und Johannisbeere. Dieser verlockende Duft identifiziert die Rebsorte und lässt sich teilweise bereits beim Einschenken wahrnehmen. Daneben finden sich in der Nase Zitrusfrüchte wie Zitrone, Grapefruit und Limette.

Neben den Frucht- und Kräuteraromen zeigt die Sorte auch noch andere Nuancen. Diese sind abhängig von der Region und dem Ausbau des Sauvignon Blanc. Auch gestandene Weinliebhaber wissen selten, dass Sauvignon Blanc vom Fassausbau profitieren kann. Im Holz ausgebaut profiliert er sich im Glas mit einer satten Farbe. Außerdem zeigt er mitunter verführerische Noten von Schwarzen Johannisbeeren. Durch den biologischen Säureabbau (BSA) wirkt er mild und erhält ein cremiges bis sahniges Mundgefühl. Die so hergestellten Weine werden gerne als Fumé Blanc vermarktet.

Mehrere grüne Paprikas liegen auf einem Haufen.
Der typische Duft von grüner Paprika identifiziert den Sauvignon Blanc.

Welches Essen passt zum Sauvignon Blanc Wein?

Als facettenreicher Wein passt der Sauvignon Blanc zu einer Reihe von Speisen. Von verschiedenen Meeresfrüchten bis zu grünen Salaten.

Im Folgenden findest du eine Reihe von Gerichten, die sich ideal mit einem typischen Sauvignon Blanc kombinieren lassen:

  1. Austern und andere Meeresfrüchte.
  2. Gegrilltes Hähnchen oder Fisch mit einer Zitrus- oder Kräutermarinade.
  3. Ziegenkäsesalat mit einem Vinaigrette-Dressing.
  4. Gegrilltes Gemüse, insbesondere grüner Spargel oder grüne Bohnen.
  5. Pasta mit Pesto oder andere Gerichte mit kräftigen Kräuteraromen.
  6. Ceviche oder ähnliche Speisen mit spritzigen Zitrusaromen.
  7. Sushi und Sashimi mit leichtem Geschmack.

Der Sauvignon Blanc ist einer der besten Begleiter zu Meeresfrüchten, insbesondere bei leichten und delikaten Rezepten. Dank seiner Säurestruktur und Kräuteraromen unterstreicht er den Reichtum der Meeresfrüchte und sorgt für eine ausgewogene und erfrischende Kombination. Kombiniere ihn zum Beispiel mit Austern, gegrillter Seezunge oder einer Ceviche mit Zitrusfrüchten.

Außerdem passt er gut zu frischen Salaten. Sein feiner Geschmack unterstützt die Aromatik des Gemüses und seine Säure verleiht dem Gericht eine gewisse Frische. Auch mit einem klassischen Caesar-Salat, einem Ziegenkäsesalat mit Spinat oder zu Tomate-Mozzarella macht er eine gute Figur. Allerdings solltest du bei diesen Kombinationen eher auf filigrane Vertreter zurückgreifen.

Zu Gerichten mit grünen Anklängen wie Pesto oder Speisen mit frischen Kräutern passt Sauvignon Blanc ausgezeichnet. Die Kräuternoten des Weins verstärken den Geschmack und schaffen eine harmonische und delikate Kombination. Du kannst Sauvignon Blanc auch zu einfachen Nudelgerichten mit Kräuterpesto oder zu gegrilltem, mit frischen Kräutern mariniertem Hähnchen servieren.

Insgesamt ist der Sauvignon Blanc eine gute Wahl für eine Vielzahl von Speisen. Dank seines knackigen und erfrischenden Charakters ist er vielseitig kombinierbar und verträgt sich mit zahlreichen Gerichten. Jetzt liegt es an dir. Organisiere die nächste Dinnerparty und versuche Gerichte zu finden, die zu dieser Rebe passt.

Diverse Meeresfrüchte auf einem weißen Teller
Sauvignon Blanc ist der perfekte Begleiter zu feinen Meeresfrüchten.