Riesling – Aroma, Wein und Anbaugebiete der Rebsorte

Riesling - Rebsorte, Aroma und Anbaugebiete

Der Riesling ist einer der beliebtesten Weißweine der Welt. Sein einzigartiges Aroma wie auch sein Geschmacksprofil passt wunderbar zu einer Vielzahl von Speisen. Von seiner deutschen Heimat hat sich der Riesling in zahlreiche Regionen auf dem ganzen Globus ausgebreitet, von denen jede ihre eigenen Feinheiten und Besonderheiten hervorbringt.

In diesem Artikel erkunden wir die Herkunft und die Entwicklung des Rieslings von seinem Geburtsland in Deutschland bis in die verschiedenen Weinbauregionen der Welt. Außerdem werfen wir einen Blick auf sein typisches Aroma- und Geschmacksprofil und stellen einige der besten Speisekombinationen für diesen leichten, knackigen und erfrischenden Weißwein vor. Ganz gleich, ob du bereits ein erfahrener Weinkenner bist oder gerade erst anfängst, dieser Leitfaden vermittelt dir alle Informationen, die du über die Rebsorte Riesling wissen musst.

Geschichte und Herkunft der Rebsorte

Riesling ist zum Synonym für deutsche Weine geworden. Italien mag für seinen Sangiovese und Frankreich für Chardonnay und Pinot Noir bekannt sein, aber Deutschland wird man immer mit Riesling verbinden. Mit seinen Ursprüngen in den Tälern des Rheins und der Mosel, wo er seit Jahrhunderten angepflanzt wird, ist er wie kaum eine andere Rebsorte tief mit der deutschen Geschichte und Kultur verwurzelt.

Genetische Untersuchungen der jüngsten Zeit zeigen auf, dass es sich bei ihr um eine natürliche Kreuzung aus den Rebsorten Heunisch und einer nicht namentlich dokumentierten Wildrebe handelt. Letztere hatte sich bereits vorher mit dem Traminer gekreuzt, dem er sein typisches Aroma verdankt.

Eines seiner markanten Merkmale sind seine rundlichen und kleinen Beeren. Mit fortschreitender Reife wechseln sie zu einem satten Gelb mit schwarzen Punkten. Während seine Ansprüche an den Boden nicht sonderlich hoch sind, ist seine Lage ein maßgeblicher Faktor für die spätere Qualität. Trocken, kühl, aber mit vielen Sonnenstunden – so mag es der Riesling.

Seine Geschichte geht bis in das Jahr 1402 zurück, als er erstmals in den Dokumenten der Stadt Worms unter seinem damaligen Namen Rüssling Erwähnung fand. In einem weiteren Beleg aus Rüsselsheim aus dem Kalenderjahr 1435 wird er bereits als Rießlingen bezeichnet. Seinen heutigen Namen erhielt er im 16. Jahrhundert vom Botaniker Hieronymus Bock. Dieser Erwähnte ihn in seinem bekannten Kräuterbuch „New Kreütter Bůch“ (dt. Neues Kräuterbuch).

Seither hat sich die Weißweinsorte über Europa und mittlerweile sogar weltweit ausgebreitet. Heute findet man ihn auch in Ländern der Neuen Welt wie Chile oder Australien.

Dank seines idealen Klimas zählt Deutschland als das bedeutendste Anbaugebiet von Rieslingweinen.

Blick vom Assmannshäuser Höllenberg Weinberg auf Assmannshausen im Sommer
Blick in die idyllische Ortschaft Assmannshausen im Rheingau.

Mosel bis USA – Wo wird Riesling angebaut?

Riesling repräsentiert die deutsche Weinkultur wie keine andere Rebsorte. Die deutschen Anbaugebiete verfügen mit ca. 24.000 Hektar über rund 40 Prozent der weltweiten Rebfläche, die mit ihm bestockt sind. Von den berühmten Steillagen an der Mosel, entlang des Flussufers des Rheins im Rheingau und in Rheinhessen bis zur malerischen Hügellandschaft der Pfalz: Riesling Weißwein gehört zur deutschen Weinkultur! Das einzigartige Terroir der deutschen Weinbauregionen bietet idealen Voraussetzungen für charakterstarke Weine. So wachsen auf den hier zu findenden Schieferböden seit Jahrhunderten einige der besten Weißweine der Welt.

Auch im Elsass hat der die weiße Rebsorte einen festen Platz. Dank des trockenen und warmen Klimas bilden sich reife Beeren mit einem besonders hohen Zuckergehalt, was zu kräftigen Weinen mit einem ungewöhnlich starken Alkoholgehalt führt. Aufgrund des häufig trockenen Herbstwetters kann die Rebe die lange Reifezeit ihrer Früchte bestens ausnutzen. Das Ergebnis sind edelsüße Weine (Spätlese bis Trockenbeerenauslese), die ein fantastisches Süße-Säure-Spiel aufweisen. In Frankreich ist er nur im Elsass für die Produktion von Qualitätsweinen zugelassen.

Ein Land, was einem nicht direkt in den Kopf kommt, wenn man an die Sorte denkt, ist Australien. Riesling gibt es hier jedoch bereits seit er ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts und wird ausschließlich in Südaustralien angebaut. Das größte Problem für australische Winzer ist hierbei die Hitze, die dem Riesling sehr zusetzt und im Extremfall zu einem starken Säureabbau führt.

Eine andere Situation ergibt sich im (von Australien betrachtet) nahe gelegenen Neuseeland. Die Insel verfügt über ein eher kühles Klima und bietet der Rieslingrebe daher ideale Standortbedingungen. Hier entstehen auf rund 1000 Hektar hochwertige Weißweine, die den europäischen in nichts nachstehen.

In den USA gewinnt die Sorte seit Jahrzehnten an Beliebtheit. Vor allem in New York, Oregon und Kalifornien wird er mit großem Erfolg kultiviert und produziert.

Mit Riesling bestockte Weinberge im Elsass.

Fruchtige Aromen und rassige Säure: So schmeckt Riesling

Die deutschen Winzer produzieren Riesling-Weine in allen Qualitätsstufen. Vom einfachen Gutswein bis hin zu großen Gewächsen und edelsüßen Auslesen, die erst nach einigen Jahren ihre perfekte Trinkreife erreichen. Die aromatische Rebsorte ist jedoch besonders für ihre leichten, knackigen Weine mit einem starken Säureskelett bekannt. Riesling zeigt sich im Glas mit einer blassgelben bis ins grünlich-gelben tendierenden Farbe.

Während trockene Rieslinge besonders knackig und nicht selten mineralisch daherkommen, bieten halbtrockene Exemplare ein durstlöschendes Gleichgewicht aus süßen Fruchtaromen von Limette, Pfirsich und Apfel, die durch eine erfrischende Säurestruktur eingerahmt werden. Süße Varianten zeigen definierte Noten von Honig (Bienenwachs), exotischen Fürchten, Aprikose oder Marzipan, die lange am Gaumen verweilen.

Auch als Schaumwein macht die Traube eine fantastische Figur. Rieslingsekt ist vor allem in den deutschen Anbaugebieten keine Seltenheit. Dabei gilt es als Kunst, das knackige Säureskelett der Sorte im Zaum zu halten. 

Ganz gleich, ob du lieber knochentrocken oder herrlich süß trinkst, in Sachen Riesling Weine findet jeder die passende Flasche für seinen Geschmack.

Zitrusfrüchte bilden das primäre Aromensprektrum der Rebsorte ab.

Rieling Weine & Essen: Der Riesling als Speisebegleiter

Als facettenreiche Sorte passt Riesling zu einer ganzen Palette von Gerichten und ist ein idealer Speisebegleiter. Mit seiner kräftigen Säure ist er in der Lage, sich gegen eine Vielzahl von Geschmäckern und Texturen durchzusetzen. So eignet er sich hervorragend zu buttrigen Soßen, fettreichen Fischsorten wie Lachs bis hin zu Desserts. Für alle, die noch mehr wissen wollen, folgen hier einige klassische Food-Pairings für Rieslingweine:

  1. Trockene Vertreter besitzen eine rassige Säure und einen eher leichten bis mittleren Körper. Durch ihre Eigenschaften passen sie hervorragend zur dezenten Süße von Schweinefleischgerichten oder Geflügel. Ein Riesling zur Bratwurst ist wirklich ein Genuss.
  2. Fruchtige Varianten mit etwas Restsüße sind perfekte Begleiter für die leichte Schärfe asiatischer Gerichte. Dank der leichten Süße wird das Schärfeempfinden abgemildert.
  3. Liebliche bis edelsüße Stilrichtungen eignen sich wunderbar zum Dessert. Vor allem Käsekuchen oder andere, auf Quark oder Sahne basierenden Nachspeisen profitieren vom Charakter der Sorte.

Trocken bis fruchtig: Riesling und seine Geschmacksrichtungen

Die meisten werden leicht und trocken ausgebaut und sind für den unkomplizierten und schnellen Genuss gedacht. Die Tropfen von der Mosel besitzen einen schlanken Körper und eine gewisse Restsüße, weshalb sie sich hervorragend als Dessertweine eignen. Die amerikanischen Winzerinnen und Winzer produzieren dagegen trockenere Weine mit floralen und zitrusbetonten Aromen. Wenn du die verschiedenen Stile des Rieslings kennenlernen möchtest, hast du hier eine Menge zu entdecken!

Fazit

Abschließend lässt sich sagen, dass Riesling eine äußerst facettenreiche Traubensorte ist, die sowohl süß als auch trocken schmecken kann und von leicht bis vollmundig reicht. Seine knackige Säure macht ihn zu einem idealen Begleiter für eine Vielzahl von Speisen. Egal, ob du eine Flasche süßen oder trockenen Riesling suchst, es ist wichtig, die verschiedenen Stile und Begriffe zu kennen, damit du den perfekten Wein für deinen Gaumen findest. Von knochentrocken bis lieblich: Beim Riesling ist für jeden etwas dabei.