Eine Flasche und ein Glas Federweißer vor hellem Hintergrund und symbolischen Weintrauben im Vordergrund
Bildquelle: © Deutsches Weininstitut (DWI)

Wenn die Tage im September wieder spürbar kürzer werden und die Natur langsam ihr farbenfrohes Herbstkleid zur Schau trägt, bricht in den deutschen Weinregionen die Federweißer-Zeit an.

Jede Region hat ihren eigenen Namen für den kulinarischen Botschafter des neuen Jahrgangs. So ist er auch als Sauser, Rauscher, Neuer Wein, Bremser oder Krätzer bekannt.

Was ist Federweißer?

Federweißer ist ein ungefilterter Traubenmost, bei dem die alkoholische Gärung erst vor Kurzem begann. Je nach Beginn der Traubenlese bekommt man Federweißen zwischen Anfang September bis in den Oktober hinein zu kaufen.

Von zuckersüß bis fast durchgegorenem Jungwein findet man ihn in allen Geschmacksrichtungen dazwischen. Da der Most vor der Abfüllung nicht filtriert wird und die Hefen in ihm verbleiben, gärt Federweißer auch zu Hause weiter und verändert sein Geschmacksprofil. Dieser Prozess endet erst, wenn die Hefepilze den kompletten Zucker in Alkohol und Kohlendioxid umgewandelt haben.

Wurden rote oder blaue Trauben zur Herstellung verwendet, spricht man von Federrotem. Anders als Federweißer enthält er einige Tannine aus den Traubenschalen, die für ein leicht schmirgelndes Mundgefühl sorgen.

Federweißer wird fast ausschließlich aus Rebsorten hergestellt, die sich weniger oder gar nicht zur Herstellung von hochwertigen Weinen eigenen. Aufgrund der hohen Nachfrage bauen viele Winzer diese Trauben speziell für die Federweißer-Herstellung an. Allein in Rheinland-Pfalz werden jährlich rund zwei Millionen Liter verkauft.

Kühl lagern und schnell genießen

Frischer Federweißer erinnert geschmacklich an eine alkoholhaltige Traubenlimonade. Durch die aktive Gärung wird Kohlensäure im Most gelöst, die beim Trinken ein leicht prickelndes Gefühl hinterlässt. Wer ihn lieber herber mag, lässt ihn für einige Stunden bei Zimmertemperatur stehen. Die Gärung geht weiter und der Zucker wird von den Hefen zu Alkohol und Co² weiterverarbeitet. Hat er die gewünschte Süße erreicht, muss der Federweiße umgehend in den Kühlschrank.
Die niedrigen Temperaturen versetzen die Hefen in eine Kälteruhe und verlangsamen den Gärprozess. Da dieser jedoch nicht vollständig zum erliegen kommt, sollte Federweißer stets binnen weniger Tage aufgebraucht werden.

Federweißer wird häufig in Glasflaschen verkauft. Damit diese durch das entstehende Co² nicht gesprengt werden, sind sie nur lose verschlossen und werden stehend transportiert und im Kühlschrank gelagert.

Federweißer und Zwiebelkuchen – Ein perfektes Paar

Klassisch genießt man zu Federweißem herzhafte Gerichte wie Zwiebelkuchen, einem deftigen Blechkuchen, der mit einer französischen Quiche Lorraine vergleichbar ist.

Neben dem traditionellen Zwiebelkuchen eignen sich diverse andere Speisen wie zum Beispiel Feigen-Ziegenkäse-Flammkuchen oder Kartoffelpuffer mit Apfelmus.

Federweißer kaufen – Darauf solltest du achten!

In und um die Weinbauregionen Deutschlands findet man Federweißen im Herbst fast überall. Du erhältst ihn im Supermarkt, direkt beim Winzer oder glasweise in vielen Restaurants, als saisonale Besonderheit. Vielerorts findet ihm zu ehren ein eigenes Fest statt.

Doch nicht überall wo Federweißer draufsteht, ist deutscher Wein im Spiel. Um der großen Nachfrage gerecht zu werden, greifen vor allem Supermärkte auf Tankweine aus Süd- oder Süd-Osteuropa zurück. Es empfiehlt sich, den Federweißen direkt beim Winzer zu erwerben – sofern möglich – und die Massenware aus dem Supermarkt zu meiden.

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