Bei den Meisten beginnt es in den Zwanzigern: Die Liebe zum Wein. Aus dem, in der Jugend wegen seiner Wirkung und nicht des Genusses wegen, geschätzten Getränks wird eine wahre Leidenschaft. Häufig beginnt diese Reise mit einer guten Flasche Wein, die einem zeigt, welch saure und langweilige Plörre man all die Jahre in sich reingekippt hat. So war es zumindest bei mir.


Einmal vom Weinfieber angesteckt, lässt es einen ein Leben lang nicht mehr los. Doch Weinkenner reden in kryptisch-blumigen Worten, haben für jeden Wein ein unterschiedliches Glas und wissen die beste Serviertemperatur bereits beim Öffnen der Flasche – oder etwa doch nicht?

Das richtige Zubehör

Die gute Nachricht gleich zu Beginn. Um Wein standesgerecht zu genießen, benötigst Du nicht viel. Ein ordentliches Allrounder-Glas, ein Korkenzieher und eine ordentliche Flasche Wein. That’s it!

Natürlich gibt es auch in der Weinwelt jede Menge Zubehör. Doch die Meisten sind nette Spielereien, die man sich mit der Zeit anschafft, zu Beginn freudig ausprobiert und irgendwann im Schrank vergisst.

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Was das richtige Glas angeht, darüber ist in den letzten Jahren eine heiße Diskussion entbrannt. Das Lager unterteilt sich grob in zwei Hälften. Die Allrounder, die ein Glas für jeden Wein benutzen und die Spezialisten, die für Wissejede Rebsorte ein spezielles Glas verwendet. Der Trend geht allerdings deutlich in Richtung eines Allrounder-Glases wie das Gabriel-Glas. Diese Gläser sind so konzipiert, dass eine möglichst Große Anzahl an Weinen in ihnen gut zur Geltung kommen.

Zusammenfassung: Diese Dinge benötigst Du wirklich – Allrounder Weinglas (z. B. Gabriel Glas) – Korkenzieher / Kellnermesser – eine beliebte Anzahl solider Weine

Die richtigen Weine finden: Weg von der Billigplörre

Ja, guter Wein kostet mehr als die berühmten 2,99 €, mit denen einige Discounter ihre »Spitzenweine« bewerben. Doch man muss keine Hunderte oder gar Tausende Euro für einen guten Wein ausgeben.

Solide Weine sind schon für unter 6,00 € bis 10,00 € zu haben. Allerdings sind diese Weine meist recht einfach gestrickt und zeigen nur selten das Potenzial einer Rebsorte. Diese Weine eignen sich eher für einen geselligen Abend, wo der Wein nicht im Mittelpunkt stehen soll.

Um wirklich in die Weinwelt einzutauchen und seinen Geschmack zu erkunden eignen sich Probierpakete. Zum Beispiel Probierpakete von wirwinzer.de oder Vinexus. Probierpaket kaufen oder beim Weinhändler zusammenstellen lassen, Freunde einladen und eine private Weinverkostung zelebrieren.

Wenn Du bereits etwas Erfahrung gesammelt hast, solltest Du nach offenen oder geführten Weinproben in Deiner Nähe Ausschau halten. Weinproben bieten die perfekten Voraussetzungen, um möglichst viele Weine mit unterschiedlichen Stilistiken kennenzulernen und seinen Horizont zu erweitern.

Schwenken. Riechen. Schmecken: Wein richtig trinken

Der Geschmack eines Weines wird vorwiegend durch die Nase wahrgenommen. Unsere Zunge ist für diesen anspruchsvollen Job eher ungeeignet. Mit ihr lassen sich gerade einmal fünf Grundgeschmäcker wahrnehmen.

Wein besteht aus über 500 Aromen und Aromavorstufen, die auf komplexe Weise miteinander interagieren. Um diese Aromen freizusetzen, schwnken Weintrinker das Glas in kreisenden Bewegungen, bevor sie am Wein riechen, um möglichst viele Aromen freizusetzen. Durch das schwenken wird die Kelchwand mit einem Weinfilm überzogen. Das vergrößerst die Verdunstungsoberfläche, was mehr Aromen freisetzt. Weinkenner können bereits am Geruch eines Weines auf das Alter, die Herkunft oder den Ausbau schließen. Klingt verrückt, ist aber reine Übungssache.

Wichtig ist, dass Du versuchst, die einzelnen Aromen (zumindest grob) einzuordnen. Riecht der Wein eher fruchtig, erdig, nach grünen Pflanzen oder weihnachtlichen Gewürzen? Lassen sich einzelne Früchte konkret erkennen? Fruchtig, nach Äpfeln oder Erdbeeren? Würzig, nach Vanille, Feuerstein oder trockenem Kaminholz?

Jetzt probierst Du das erste Mal den Wein. Nimm einen ordentlichen Schluck. Ein kleiner Nipper am Glas bringt überhaupt nichts. Lass den Wein im Mund kreisen und atme durch den Mund etwas Luft ein während Du ihn im Mund behältst. Das typische Schlürfgeräusch entsteht. Was für Außenstehende lustig oder anstößig klingt, sorgt dafür, dass die freigesetzten Aromen über den Nasen-Rachen-Raum an die Geruchsrezeptoren gelangen. Der Geschmack verstärkt sich.

In Gesellschaft oder im Restaurant kann man sich ein sehr leises Schlürfen angewöhnen, um andere Gäste oder Anwesende nicht unnötig zu stören. Viele kauen den Wein in diesem Fall und Atmen währenddessen durch die Nase aus. Auch so gelangen die Aromen in den Nasen-Rachen-Raum und an die Geruchsrezeptoren.

Während Du den Wein im Mund hast, konzentriere Dich, neben dem Geschmack, auf das Mundgefühl. Fühlt sich der Wein schwer oder leicht an? Hat er eine schwache, präsente oder unharmonische Säure? Hinterlässt er ein cremiges, breites Mundgefühl oder fühlt er sich eher scharf und spitz an?

Versuche das Gefühl was der Wein bei dir hinterlässt mit einfachen Worten zu beschreiben.

Sobald Du den Wein geschluckt hast, achte auf die Länge des Nachhalls. Wie lange bleibt der Wein geschmacklich deutlich im Mundraum? Die Länge des Nachhalls misst man in Caudalie. Eine Caudalie entspricht grob einer Sekunde. Spitzenweine können minutenlang sehr stark nachschmecken. Alles unter fünf Sekunden wird allgemein als kurzer, ab zehn Sekunden als mittlerer und ab 15 Sekunden langer Nachhall bezeichnet. Die Länge des Nachhalls wird vor allem durch die Menge des Extraktes im Wein bestimmt. Je mehr Extrakt, desto länger der Nachhall.


Bildquelle Titelbild ©gilaxia – iStock.com

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