Wer sich mit deutschen Spitzenweinen beschäftigt, dem wird das Weingut von Winning definitiv ein Begriff sein. Seit Jahren sorgen die Pfälzer mit ihren Weinen für internationales Aufsehen. Der 2012 Sauvignon Blanc 500 bildet hierbei keine Ausnahme. Bei der Sauvignon Blanc Trophy 2013 sicherte er sich den ersten Platz und gilt seitdem als einer der besten deutschen Sauvignon Blancs.

Die neue Pfälzer Stilistik: Ausbau in 500-Liter-Fässern

Ausgebaut in 500-Liter-Fässern (Allier und Troncais Eiche, 2/3 Erstbelegung) und die spontane Vergärung geben dem Sauvignon Blanc 500 seinen ganz eigenen Charakter. Als Vorbild für den Pfälzer Spitzensauvignon dient sicherlich die Arbeit von Didier Dagueneau. Sein Silex gilt als der Kultwein unter den Sauvignon Blancs. Nur gut, dass der 500er aus der Pfalz preislich um einiges erschwinglicher ist, als der französische Kultwein von der Loire.

2012 Sauvignon Blanc 500, Weingut von Winning, Pfalz

2012 Sauvignon Blanc 500, Weingut von Winning: Ein Wein für sich allein

Ein stressiger Arbeitstag liegt hinter einem. Was gibt es jetzt Schöneres, als sich einer Flasche guten Weines hinzugeben? Eben. Doch einen Wein zu finden, der einen ganzen Abend zu unterhalten weiß ist gar nicht so einfach. Bei trockenen Rieslingen nervt irgendwann die Säure und blockiert das Geschmackserlebnis, bei restsüßen Rieslingen ist irgendwann der Zucker derjenige, der dem Wein die Spannung nimmt. Der perfekte Wein für einen entspannten Abend muss einen stundenlang unterhalten können, ohne dabei aufdringlich oder gar langweilig zu werden.

Genau das schafft der 500er Sauvignon Blanc vom Weingut von Winning – und wirkt dabei nicht mal angestrengt. Strahlend, goldgelb, fast leuchtend präsentiert er sich im Glas. Kaum taucht man seine Nase ins Glas, schon beginnt ein wahres Feuerwerk. Überreife Ananas, Feuerstein, kandierte gelbe Früchte und balsamische Noten, die ich nicht präziser einordnen kann, lassen das Wasser im Mund zusammenlaufen und schüren die Vorfreude auf den ersten Schluck.

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Präzise. Spannend. Klebrig.

Im Mund dann das große Staunen. Der Wein bringt, trotz 13 °C Trinktemperatur eine ordentliche Portion Kühle in den Mund. Fast schon mentholartig. Dieser Vorhang lüftet sich aber schnell und gibt den Charakter des Weins Preis. Wow, wow, WOW! Die einzelnen Aromen, die man bereits aus der Nase kennt, wirbeln wild im Mund umher und liefern sich einen wahren Wettstreit um die aromatische Vorherrschaft. Dazu eine deutliche Mineralik, die von mir schon fast als salzig wahrgenommen wird. Getragen wird das Schauspiel durch ein robustes Säureskelett. Dann die Länge. Einfach unbeschreiblich. So einen Nachhall habe ich noch nicht erlebt. Nicht Sekunden, sondern Minuten bleibt der Wein am Gaumen und bietet ein hochintensives Aromenspiel zwischen Cassis und Stachelbeere. Wahnsinn! Der Wein zieht mich Schluck für Schluck tiefer in seinen Bann. Er will die alleinige Aufmerksamkeit an diesem Abend und die bekommt er auch. Eine richtige Attention Whore, aber im besten Sinn.

Für 38 € absolut fair bepreist. Wer ein ähnliches Sauvignon-Blanc-Erlebnis erfahren möchte, muss im Schnitt über das doppelte hinlegen.

Sauvignon Blanc 500: Ein Fazit

Was für ein Wein. Viel Charakter und durch den Holzausbau im 500-Liter-Fass, der langen Standzeit auf der Vollhefe und der spontanen Vergärung sicherlich kein Wein für jedermann. Man muss diese Stilistik schon lieben. Für mich ist der Sauvignon Blanc 500 der beste Sauvignon Blanc, den ich bisher probiert habe.

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