Weingut Rings Kallstadter Steinacker Chardonnay 2015 trocken

Erst seit 2001 gibt es bei Rings nur noch Wein. Davor handelte es sich um ein gemischtes Obst- und Weingut. Während andere Weingüter mit mehreren Jahrhunderten Geschichte aufwarten können, blickt das Weingut Rings auf eine recht kurze Geschichte zurück – deren Erzählung sich jedoch lohnt.

Von Anfang an legte man beim heutigen VDP Weingut Rings die Weichen in Richtung Qualität, was ihnen heute eine Platzierung unter den Top-Weingütern Deutschlands sicherte.

Was Adreas und Steffen Rings in der kurzen Zeit geschaffen haben, sucht in der deutschen Weinwelt seinesgleichen. Erst seit dem Jahr 2000 mischen sie im Weingut mit und bezeichnen sich selbst als Weinverrückte die 365 Tage im Jahr für ihre Passion leben. Besonderes Augenmerk legen sie dabei auf einen naturnahen Weinbau. Dieser Ehrgeiz sollte 2015 endlich bemerkt und honoriert werden, als sie Mitglied im Verband Deutscher Prädikatswinzer werden durften. Heute ist Rings aus der deutschen Weinszene nicht mehr wegzudenken. Neben einfachen Guts- und Ortsweinen verfügt das Weingut Rings über die VDP.Erste Lagen® Nußriegel und Steinacker, sowie den VDP.Große Lagen® Weilberg, Saumagen und Felsenberg.

Für mich ist Rings eines der bemerkenswertesten Weingüter die Deutschland und die Pfalz derzeit zu bieten haben.

Kallstadter Steinacker – Hoch, karg und kalkreich

Beim Kallstadter Steinacker handelt es sich um die höchstgelegene und zugleich kühlste Lage des Weinguts. Die kargen und schroffen Felshänge bieten den Weinreben einen durch Kalkstein und Kalkmergel geprägten Boden mit kaum Wasserspeicherpotenzial. Jeder Wassertropfen ist hier ein kostbares Gut und muss durch die Reben regelrecht erkämpft werden.

Das eigenwillige Wesen der Lage spiegelt sich natürlich in den Weinen wieder, die mit einer eleganten Mineralik aufwarten und den Weintrinker förmlich in eine Kalksteinwüste versetzen – im positiven Sinn.

Für eine bessere Bodenstruktur wachsen die Reben zwischen Buchweizen, Klee und Rettich, die nicht nur den Boden auflockern, sondern auch Nützlinge anziehen sollen. Ferner setzen Andreas und Steffen Rings auf Pferdemist als Dünger und ehrliche Handarbeit bei der Weinbergspflege.

Handarbeit. Holz. Leidenschaft

Die Trauben werden ausschließlich per Hand gelesen, nicht entrappt und schonend gepresst. Für die Gärung werden lediglich natürliche Weinbergshefen genutzt, die bereits auf den Trauben sitzen. Hochgezüchtete Reinzuchthefen kommen nicht zum Einsatz, was die Lagenpersönlichkeit des Weins unterstützt.

Anschließend reift der Wein in neuen (60 %) und gebrauchten (40 %) Barriques aus französischer Eiche und wird unfiltriert abgefüllt. Letzteres sorgt für einige sichtbare Schwebeteilchen im Wein, die keinesfalls als Weinfehler missinterpretiert werden sollten.

Verkostungsnotizen

Im Glas

Ein sanftes und weitgehend klares Hellgelb begrüßt einen im Glas. Die wenigen Schwebeteilchen sind der unfiltrierten Abfüllung geschuldet und kein Mangel. Bereits vom ersten Moment an erkennt man, dass der Wein eine vielversprechende, ölige Konsistenz im Glas aufweist.

In der Nase

Als hätte man an einem salzigen Kalkstein geleckt, in eine Orangenschale gebissen und anschließend ein kleines Stück, mit Muskatnuss bestreute, Banane gegessen. Dazu feine Vanille und Röstaromen vom neuen Barrique, die sich aber nicht penetrant in den Vordergrund drängeln.

Am Gaumen

Kühler und eleganter Antritt mit ordentlicher Mineralität. Der salzig-kalkige Eindruck der Nase setzt sich auf der Zunge fort. Schlank und mit einem öligen Schmelz auf der Zunge, der die salzige Natur des Weins wunderbar aufnimmt. Langer, unfassbar langer Abgang. Das Aroma bekommt man beinahe nicht mehr aus dem Mund.

Die richtige Trinktemperatur

Ich schenke den Wein mit ungefähr 12 °C aus, wobei er auch zwei Grad wärmer locker verträgt, ohne dabei sprittig zu wirken. Alkoholtechnisch sitzt er mit 13 %-Vol. für einen Chardonnay eher im Mittelfeld, was der kühlen Lage zu verdanken ist.

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