Was ein Glückskauf! Eigentlich wollte ich ein paar kleine Einkäufe im Supermarkt erledigen. Neuen Wein zu kaufen, wurde mir von ganz oben (Freundin) verboten. Es wäre kein Platz mehr im Weinschrank. Doch ich musste einen eventuell bevorstehenden Meinungsunterschied hinnehmen, denn während ich zur Kasse lief, traute ich meinen Augen kaum. Eine ganze Flotte an Flaschen von den Weingütern Wegeler war reduziert. Allerdings nicht um ein paar Cent, wie ich es von den großen Weinen hier und da gewohnt bin. Nein! Große Gewächse und Prädikatsweine aus den Jahrgängen 2012 bis 2014 wurden für 5,00 € verscherbelt. MITNEHMEN, SOFORT!

Die Lagerbedingungen sind in einem Supermarkt vielleicht nicht optimal, aber ohne Fenster und mit Klimaanlage sind die schlimmsten Feinde (UV-Licht & Temperaturschwankungen) schon mal ausgeschlossen. Aus diesem Grund war es mir das Risiko wert. Und siehe da, es passten doch noch fünf weiter Flaschen in den Schrank – wenn auch unter starkem Protest.

Huch, ein blinder Passagier!

Eigentlich habe ich zielstrebig nach den Großen Gewächsen und Prädikatsweinen aus der Großen Lage gegriffen. Erst zu Hause sah ich, dass sich ein 2012er Oestricher VDP.Ortswein eingeschlichen hat. Damit Frau nicht denkt, ich würde Wein nur horten, habe ich mich dazu entschlossen, den Guten nach einer kurzen Ruhepause zu öffnen, um zu schauen, wie der 2012er sich so präsentiert.

Weingüter Wegeler 2012 Oestrichr Riesling: Was ein Stöffchen!

Ich hab vom Ortswein nicht all zu viel erwartet, das gebe ich zu. Doch was der 2012er WeingüterWegeler, Oestricher hier im Glas aufführt, ist ganz großes Kino und hat mein Bild über Ortsweine maßgeblich verändert – im positiven Sinn.

- Werbeanzeige -

Im Glas präsentiert er sich in einem hellen Gelbgold, wie ein 2012er nach 5 Jahren eben aussehen sollte.

Ab mit der Nase ins … HOSSA! Der 2012er Oestricher verströmt ein so dichtes und intensives Aroma. Reife Ananas, Kerosin, exotische Früchte und Honig bzw. Bienenwachs sind die dominantesten Aromen. Dahinter gelbe Steinfrüchte, Schiefer und etwas fast Balsamisches. Ich wollte einfach nur noch in den Wein beißen. Sensationelle Nase.

Dann der erste Schluck. Kann er sein duftiges Versprechen halten? Um es kurz zu machen: Kann er!
Frisch, fruchtig und mit viel Zug nimmt er den kompletten Mund ein. Extraktreich und mit einem stabilen Säureskelett kriecht der Wein wie Sirup in jede Ecke und hält sich an Gaumen und Zahnfleisch fest. Ein langer Nachhall krönt das Erlebnis und ist tatsächlich minutenlang wahrnehmbar. Als Frankfurter fällt mir dazu nur eines ein: »Was e Stöffche!«

Fazit Weingüter Wegeler 2012er Oestricher Riesling

So schön kann ein Ortsweinerlebnis sein! Typisch Rheingau, typisch Riesling, viel Dampf auf dem Kessel und eine ordentliche Lautstärke. Eigentlich hätte ich ihn noch nicht öffnen müssen und ihm – jetzt im Nachhinein – vielleicht noch 2-3 Jahre Zeit gegeben, damit sich die Säure vielleicht noch etwas besser einbindet. Allerdings ist das Jammern auf hohem Niveau und absolut kein Muss. Der Wein macht eine wunderbare Statue im Glas und hat mich einen kompletten Abend unterhalten. Was will man mehr? Eben!
Jetzt bin ich nur noch gespannter auf die Großen Gewächse und die Prädikatsweine aus den Großen Lagen, die noch in meinem Schrank darauf warten getrunken zu werden. Berichte folgenden natürlich.

 

Wie findest du unseren Beitrag?

Gib jetzt deine Bewertung ab

Ø-Bewertung / 5. Bewertungen:

Keine Bewertungen. Sei der/die Erste!

Sorry, dass dir der Beitrag nicht gefällt

Lass uns den Beitrag verbessern!

Sag uns, was dir im Beitrag nicht gefällt oder fehlt

- Werbeanzeige -