Sauvignon Blanc

Beim Sauvignon Blanc handelt es sich um eine weiße Rebsorte. Sie ist eine Kreuzung aus den beiden Rebsorten Chenin Blanc × Traminer. Sauvignon Blanc erfreut sich international großer Beliebtheit und wird weltweit angebaut. Vor allem in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts begann ein wahrer Sauvignon-Blanc-Boom. Seine weltweite Rebfläche wuchs bis 2010 um über 1100 %. Damit liegt sie heute auf Platz 8 der meistangebauten Rebsorten.



Typische Charakteristiken der Weine

Durch den weltweiten Anbau besitzen Sauvignon-Blanc-Weine eine breite Stilistik. Aus den Trauben der Rebsorte wird beinahe jeder erdenkliche Wein produziert. Allerdings lassen sich grob zwei Stile beschreiben: Im Stahltank ausgebaute Weine präsentieren sich als äußerst säurebetont, während der Ausbau im Holz cremige und wärmere Weine erzeugt. Für den Ausbau im Holz findet zumeist neutrales Holz seine Verwendung.

Grasig grün bis Schwarze Johannisbeere: Die typischen Aromen

Sauvignon Blanc wird gerne auch als »grüner Wein« bezeichnet. Verantwortlich dafür ist sein Geruch nach gemähtem Gras, grüner Paprika oder Tomatenstängel. Dieser wird durch Pyrazine verursacht, wie sie tatsächlich in ungekochtem Gemüse vorkommen.

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Auch typisch ist ein Geruch, der an Johannisbeeren erinnert. Dieser Duft wird von dem Stoff 4-Mercapto-4-Methylpentan-2-on (4MMP) hervorgerufen. In höheren Dosen verströmt 4MMP allerdings einen unangenehmen Duft, der an Katezenurin erinnert.

In ihrer französischen Heimat spielt die Rebsorte auch in den Dessertweinen des Sauternes eine tragende Rolle. Hier liefert der Sauvignon Blanc die Säure die benötigt wird um die Süße abzupuffern. Auch in den typischen Bordeaux-Blanc-Cuvées findet sich die Rebsorte wieder. Bekannt für ihre reinsortigen Weine sind die beiden Regionen Sancerre und Pouilly Fumé.

Als Speisebegleiter: Der kleine Held im Restaurant

Aus der Gastronomie ist der Sauvignon Blanc nicht wegzudenken. Er ist DER Speisebegleiter zu Fisch und Meeresfrüchten und eignet sich auch als stiller Aperitif. Durch seine knackige Säure kann er auch zu deftigen Nudelgerichten gereicht werden und bildet eine Alternative zum Riesling.

Herkunft und Geschichte des Sauvignon Blancs

Die Heimat der Rebsorte ist das Loiretal (Frankreich). Seine Geburtsstätte gilt seit jeher als eines der besten Anbaugebiete für den Sauvignon Blanc. Die beiden Lagen Sancerre und Pouilly Fumé sind jedem Weinkenner ein Begriff. Die beiden Anbaugebiete liegen in direkter Nachbarschaft und werden nur durch die Loire (Fluss) getrennt. Typisch für die Weine aus Pouilly Fumé: Ein intensiv wahrnehmbares Aroma von Flint- bzw. Feuerstein.

Die Rotweinsorte Carbernet Sauvignon verdankt ihrem Namen übrigens ihren beiden Eltern Cabernet Franc und dem Sauvignon Blanc. Sie ist eine natürliche Kreuzung der beiden Rebsorten.

Neuseeland: Die zweite Heimat der Rebsorte

Neben seiner Geburtsstätte Frankreich kann Neuseeland als die »Wahlheimat« des Sauvignon Blancs bezeichnet werden. Allen voran die Region Marlborough. Die hier produzierten Sauvignons erfreuen sich einer großen Beliebtheit. Der wohl berühmteste Vertreter ist hier der Cloudy Bay der mittlerweile zu den Kultweinen gezählt wird.

Klein aber fein! Deutschland und der Sauvignon Blanc

In Deutschland führt der Sauvignon Blanc noch ein Schattendasein. Lediglich 650 ha Rebfläche waren 2011 mit der Rebsorte bestockt. Zum Vergleich: Der Riesling, als beliebteste Rebsorte, wird auf mehr als 22.500 ha angebaut.

Die Pfalz kann als das kleine Herz des deutschen Sauvignon Blanc bezeichnet werden. Die Weine der beiden Weingüter Weingut von Winning und Oliver Zeter liefern sich jährlich ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Preis des besten deutschen Sauvignon Blancs.

Bildquelle Titelbild: ©georgeclerk – iStock.com

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