Prädikatswein

Prädikatsweine (Deutschland) stellen innerhalb der Qualitätsweine die höchste Qualitätsstufe dar. Die Gruppe der Prädikatsweine (früher Qualitätsweine mit Prädikat) unterteilt sich erneut in sechs Qualitätsstufen. Die unterste Stufe der Prädikatsweine bildet der Kabinett, gefolgt von den Prädikatsstufen Spätlese, Auslese, Beerenauslese, Eiswein und Trockenbeerenauslese.

Gesetzliche Anforderungen für Prädikatsweine

Das deutsche Weingesetz stellt besondere Anforderungen an die Herstellung von Prädikatsweinen. Die Auflagen zur Produktion von Prädikatsweinen sind:

  • Die Trauben müssen aus einem einzigen Bereich stammen. Davon ausgenommen sind die Trauben, die zur Herstellung der Süßreserve verwendet werden.
  • Die Herstellung darf nur in bestimmten Anbaugebieten (siehe auch QbA), auf zugelassenen Rebflächen und aus zugelassenen Rebsorten erfolgen.
  • Chaptalisation (Anreicherung mit Zucker, zur Erhöhung des Alkoholgehalts) ist nicht erlaubt
  • Der Einsatz von Süßreserve, zur Erhöhung der Restsüße, ist erlaubt, sofern der Traubenmost mindestens die gleiche Qualitätsstufe wie der Grundwein besitzt.
  • Es gelten die Werte für den Mindestalkoholgehalt der jeweiligen Landesverordnung.
  • Prädikatsweine dürfen mit Weinen innerhalb des gleichen Bereiches verschnitten werden, wenn der Verschnittpartner ebenfalls den benötigten Mindestalkohol aufweist.
  • Die Behandlung des Weins mit Eichenholzstücken (Wood-Chips) ist verboten
  • Prädikatsweine dürfen nicht vor dem 1. März des Folgejahres abgefüllt oder verkauft werden.
  • Der Wein muss sich einer amtlichen Qualitätsweinprüfung unterziehen und diese bestehen (siehe auch: Amtliche Prüfungsnummer)

Über die oben genannten Auflagen hinaus muss ein minimales Mostgewicht erreicht werden. Das Mostgewicht wird mit per Grad Öchsle (°Oe) gemessen. Je höher der Wert, desto reifer und zuckerhaltiger ist das Lesegut. Der Wert variiert je nach Prädikatsstufe, Anbaugebiet und Rebsorte.

Grobe Richtwerte des Mindestmostgewichts für Prädikatsweine:

  • Kabinett: 73 °Oe
  • Spätlese: 85 °Oe
  • Auslese: 95 °Oe
  • Beerenauslese / Eiswein: 125 °Oe
  • Trockenbeerenauslese: 150 °Oe

Der Eiswein nimmt in den Prädikatsstufen eine Sonderstellung ein. Nach deutschem Weingesetz ist der Eiswein mit der Qualitätsstufe Beerenauslese gleichgestellt. Allerdings erreichen Eisweine häufig einer Trockenbeerenauslese. Die Beeren für den Eiswein müssen bei einer Temperatur von unter -7 °C geerntet und gepresst werden.

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